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Dokumentation
Federica Gärtner
Stand: August 2015
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Federica Gärtner

Niemandes Land 2015


   

Niemandes Land
Vebikus Kunsthalle Schaffhausen 2015
Installationsansicht
Drahtgeflecht, Grösse variabel
Pigmentdruck auf Papier, 162 x 220 cm
Holz-Spiegel-Objekt, 2-teilig, ø8 cm L 25 cm

Niemandes Land
Niemandes Land betitelt Federica Gärtner ihre Ausstellung im Vebikus Kunsthalle Schaffhausen. Der Titel suggeriert einen Ort, den niemand für sich in Anspruch nimmt oder nehmen kann; einen Ort, der ausserhalb unserer Reichweite liegt. In ihrer Ausstellung zeigt sie eine dreiteilige Installation, die direkten Bezug auf die industriegeprägte Architektur der Kunsthalle nimmt. In reduzierter Form hat die Künstlerin drei Elemente als präzise Setzungen im Ausstellungsraum platziert.

Der prominenten Trägerstruktur an der Decke, die dem Raum etwas Drückendes verleiht, setzt Federica Gärtner eine die gesamte Raumbreite einnehmende Installation aus Draht gegenüber. Was auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar ist, wird beim Nähertreten unmittelbar zu einer Grenze, die ein Eindringen in den dahinter liegenden Bereich verunmöglicht. Das scheinbar filigrane Gebilde strahlt eine latente Bedrohung aus; das Scharfkantige dieser Drähte registriert man erst, wenn man ihnen schon viel zu nahe ist. An der hinteren Wand hängt ein feldstecherähnliches Objekt mit verspiegelten Flächen. Man kann sich diesem nicht nähern und die Frage taucht auf, wer oder was hier beobachtet wird. Auf der gegenüberliegenden Wand zeigt Federica Gärtner eine grossformatige Fotografie, in Untersicht aufgenommen. In einer wüstenähnlichen Landschaft schreitet ein Mann barfuss über scharfkantige Steine in eine undefinierte Weite. Hinter sich her zieht er eine glänzende Folie. Dem Beschwerlichen dieses Ganges steht die Offenheit des Aufbruchs ins Ungewisse gegenüber.

Federica Gärtner segmentiert mit ihrer Installation den Raum der Kunsthalle, die Werke stehen wie Punkte in einem Koordinatensystem. Auch wenn ihre Bezugnahme untereinander nicht linear und direkt verläuft, so stehen sie doch in einem engen Zusammenhang und füllen den grossen Leerraum mit einer Spannung, die physisch spürbar ist. Das Unpersönliche des Titels, die Sparsamkeit der Inszenierung und die reduzierte Sprache der einzelnen Werke vermitteln eine Distanziertheit, die in starkem Kontrast steht zu den Assoziationen und Gefühlen, welche die Arbeiten auslösen. Es sind genau diese Zwischenzonen und Übergänge, dieser Kippbereich, an denen die Künstlerin interessiert ist.

Federica Gärtner schafft mit ihren Werken Raumsituationen, die mit einer irritierenden Direktheit mit unserem Körper interagieren. Über ihr Zusammenspiel, ihre Deutlichkeit und Unbestimmtheit, ihre gebrochene Schönheit und latente Bedrohlichkeit lassen sie einen Ort entstehen, der einem spannungsgeladenen Feld gleicht. Von dieser Spannung wird der eigene Körper erfasst, was eine, durchaus auch ambivalente, Verortung in diesem Gefüge erzwingt.

Text: Daniela Hardmeier, Kunsthistorikerin